Inselspaziergang – Sicherheit für Angsthunde

Viele Hunde kommen zu uns mit einer Vorgeschichte.

Auch kleine Welpen haben oft schon einiges erlebt. Was natürlich auch positiv sein kann.

Doch gewisse Erlebnisse oder auch fehlende Erfahrungen machen unsere Hunde unsicher oder ängstlich.

 

Solche Hunde können sich dann kaum in ihrer neuen Umgebung zurecht finden.

Für sie ist alles neu und erst mal gruselig.

Da ist natürlich jede Konstante so richtig wohltuend.

Mit Ritualen und Routinen können wir unseren Hunden solchen Konstanten geben. Wenn immer die gleichen Dinge in der gleichen Reihenfolge an den gleichen Orten und zu den gleichen Zeiten passieren, weiß der Hund, was jetzt passiert.

Sind diese Dinge angenehm, wird er sich immer mehr darauf freuen.

So bekommen wir einen Hund, der immer öfter fröhlich ist. Das wirkt natürlich gegen die Angst.

 

Doch was ist eigentlich mit Spaziergängen?

Klar, anfangs machen Spaziergänge gar keinen Sinn.

Weder für Welpen noch für ängstliche Hunde.

 

Irgendwann allerdings ist der Hund dann so weit, die große weite Welt kennen lernen zu können.

Als verständnisvolle Halterin tastest du dich Stückchenweise immer weiter voran, bis du eine Runde (kann auch hin & retour sein) gefunden hast, die dein Hund halbwegs entspannt geht.

 

Jetzt möchtest du deinem Hund natürlich auch noch ein bisschen Beschäftigung bieten, gerade wenn die Runde nicht sehr lang ist und er sie schon gut kennt. Also nicht mehr soooo viel schnüffelt.

Dann kommen die Inseln ins Spiel.

An bestimmten Stellen auf der Runde (immer die gleichen), kannst du deine Inseln platzieren.

Für jede dieser Inseln gilt dann eine bestimmte Aktivität.

Folgende Möglichkeiten hast du

  • Beobachten
  • Kuscheln/Entspannen
  • Kauen/Schlecken
  • Suchspiele
  • Wurfspiele
  • Andere Spiele
  • Tricks

 

Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist alles, was euch beiden ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

 

So bekommt dein Hund die Erwartungssicherheit, dass an Stelle XY wieder etwas lustiges passiert.

Das erhöht den Spaßfaktor für den ganzen Spaziergang, die Bindung zwischen euch und verringert die Angst (dein Hund weiß ja jetzt ganz genau, was passieren wird).

 

Und ein kleiner Zusatzeffekt: wenn sich dein Hund mal fürchtet/erschreckt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er dann bei der nächsten Insel wieder ein wenig runter kommen kann.

Er hat diese ja mit positiven Emotionen verknüpft.

 

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